Adam de la Halle
*1237 in Arras, + 1286 oder 1287 in Neapel
Adam, Sohn eines Gemeindebeamten, erhält ca.1250 durch betuchte Gönner eine Kleriker-Ausbildung bei den Zisterziensern in Vaucelles, Diözese Cambrai,
1257 wird er Mitglied der Sängervereinigung (Pui) von Arras. Adam beteiligt sich von dort aus an Sängerwettstreiten und verfasst
1262 das dram. Spiel "Jeu de la Feuillée", zum Stiftungsfest der Sängervereinigung.
Im gleichen Jahr Heirat und Aufnahme weiterer (geförderter) Studien an der Pariser Universität. Früchte seiner intensiven Beschäftigung mit Musik sind mehrstimmige Kompositionen, u.a. "Entre Adam et Hanikel".
1271 Trat er in Dienste des Grafen Robert II von Artois, ging mit ihm nach Neapel. Dort konnte er seine Stellung gegen eine glänzendere im Gefolge Karls von Anjou, König von Sizilien eintauschen.
Adam de la Halle gilt dichterisch als eine der schärfsten umrissenen Persönlichkeiten unter den nordfranzösischen Trouvères, sein Werk umfaßt die Singspiele "Le Jeu de la Feullée" und "Le Jeu de Robin et Marion", Chansons, Lieder, Rondeaux, Baladen. Die Wertschätzung,
die er auch noch im 14.Jh genoß, äußert sich vielleicht auch darin, daß sein Werk in einer einzigen Handschrift aufgezeichnet wurde. Die Ehre einer Gesamtausgabe wurde erst wieder 100 Jahre später Guillaume de Machaut zuteil.
Quellen: Im Wesentlichen das MGG, Bd 1, Kassel und Basel 1949
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